Zum Inhalt springen
Lieferung nur an Werkstätten und Gewerbe Abholung zu den Öffnungszeiten

Start · Ratgeber · Anfrage

Fahrzeugschein Feld 2.1 und 2.2: die zwei Zahlen, die wir brauchen

„Ich brauche Bremsscheiben für einen Golf" reicht nicht. Nicht weil wir pingelig sind, sondern weil es den Golf in Varianten gibt, die unterschiedliche Teile brauchen. Zwei Zahlen auf deinem Fahrzeugschein lösen das Problem in Sekunden.

4 MinutenLesezeit
AnfrageThemenbereich
Fragen?WhatsApp 0159 01342313

Warum die Modellbezeichnung nicht reicht

Ein VW Golf VII wurde über Jahre in vielen Motorisierungen gebaut. Je nach Motor, Ausstattung und Baujahr sitzen vorn Bremsscheiben in unterschiedlichen Durchmessern, es gibt verschiedene Radlager, verschiedene Achsschenkel. Wer nur „Golf 7" sagt, zwingt uns zum Raten — und Raten heißt: falsches Teil bestellt, zwei Tage verloren, Rücksendung.

Dasselbe gilt für praktisch jedes Fahrzeug. Ein Transporter, der äußerlich gleich aussieht, kann zwei verschiedene Bremsanlagen haben, je nach zulässigem Gesamtgewicht.

Wo die beiden Zahlen stehen

Auf der Zulassungsbescheinigung Teil I — dem, was früher Fahrzeugschein hieß. Die Felder sind auf dem Papier beschriftet:

  • Feld 2.1 — HSN, die Herstellerschlüsselnummer. Vier Ziffern. Sie steht für den Hersteller.
  • Feld 2.2 — TSN, die Typschlüsselnummer. Die TSN selbst sind die ersten drei Zeichen, Ziffern und Buchstaben gemischt. Dahinter stehen in Feld 2.2 oft noch drei weitere Zeichen für Variante und Version — deshalb sieht das Feld häufig sechsstellig aus. Schick uns am besten das ganze Feld.

Zusammen grenzen die beiden dein Fahrzeug viel genauer ein als jeder Modellname. Für viele Teile reicht das aus. Bei manchen brauchen wir zusätzlich die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, den Motorcode, das Baujahr oder die Teilenummer des ausgebauten Teils — dann fragen wir kurz nach.

Du hast einen alten Fahrzeugschein?

Fahrzeugscheine, die vor Oktober 2005 ausgestellt wurden, kennen die Felder 2.1 und 2.2 nicht. Dort steht dasselbe an anderer Stelle: die Herstellerschlüsselnummer in Feld 2, die Typschlüsselnummer in Feld 3. Inhaltlich identisch, nur anders nummeriert. Wenn du also auf deinem Papier keine 2.1 findest — schau in Feld 2 und 3.

Was du schwärzen darfst

Viele zögern, ein Foto vom Fahrzeugschein zu schicken. Verständlich. Für die Teilesuche brauchen wir nur die Felder 2.1 und 2.2. Alles andere kannst du abdecken, bevor du fotografierst:

  • Name und Anschrift des Halters
  • Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, Feld E
  • Das Kennzeichen, Feld A

Ein Daumen auf dem Papier reicht. Wir brauchen die Daten nicht, und wir wollen sie auch nicht.

Was zusätzlich hilft

Wenn du es zur Hand hast, mach es uns leichter:

  • Der Motorcode — drei bis vier Buchstaben, steht im Motorraum oder in den Papieren. Bei Filtern und Zahnriemensätzen entscheidet er.
  • Das Datum der Erstzulassung, Feld B. Wichtig bei Modellen, die mitten im Baujahr umgestellt wurden.
  • Ein Foto vom alten Teil, am besten mit der aufgedruckten Nummer. Das schlägt jede Beschreibung.

So läuft es dann ab

Du schickst uns per WhatsApp, was fehlt, dazu das Foto vom Schein. Wir suchen das Teil im Katalog, prüfen, ob es im Regal liegt, und melden uns mit Preis und Verfügbarkeit. Liegt es da, kannst du es sofort abholen. Sonst ist es meist am nächsten Werktag in der Grimmstraße — oder unser Fahrer bringt es dir.

Was, wenn du den Schein nicht dabei hast?

Kommt vor. Es gibt Alternativen, die genauso eindeutig sind:

  • Zulassungsbescheinigung Teil II — die frühere Fahrzeugbrief. Dort stehen dieselben Nummern, an derselben Stelle.
  • Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer — siebzehnstellig, steht auch am Fahrzeug selbst: unter der Windschutzscheibe, im Motorraum oder im Kofferraum unter dem Bodenbelag. Aus ihr lässt sich das Fahrzeug ebenfalls bestimmen.
  • Die COC-Bescheinigung bei Fahrzeugen aus dem EU-Import.

Wenn gar nichts davon greifbar ist: ruf an. Mit Modell, Baujahr, Motorleistung und Getriebeart kommen wir in vielen Fällen weit genug, um die Auswahl auf zwei, drei Varianten einzugrenzen. Sicher ist es aber erst mit den Schlüsselnummern.

Was die Nummern bedeuten

Die HSN ist immer vierstellig und für jeden Hersteller fest vergeben — bei Volkswagen zum Beispiel 0603. Die TSN dahinter unterscheidet die Typen desselben Herstellers. Sie ist dreistellig. Seit Oktober 2005 stehen in Feld 2.2 zusätzlich Variante und Version — zusammen ergibt das die sechs Zeichen, die viele für die TSN halten. Genau diese Zusatzzeichen machen die Angabe so nützlich: Sie unterscheiden nicht nur den Golf vom Passat, sondern auch Motorisierungen und Ausstattungsvarianten innerhalb einer Baureihe.

Genau das ist der Grund, warum wir sie brauchen. Zwei Fahrzeuge mit identischem Modellnamen können unterschiedliche TSN haben — und dann unterschiedliche Teile.

Die häufigsten Stolpersteine

  • Buchstabe oder Ziffer? In der TSN kommen beide vor. Ein O und eine Null sehen auf dem Papier ähnlich aus. Deshalb ist ein Foto besser als abtippen.
  • Umbauten. Wenn Achsen, Bremsanlage oder Motor nachträglich geändert wurden, stimmt die Schlüsselnummer nicht mehr mit dem überein, was verbaut ist. Sag uns Bescheid, dann gehen wir über die Teilenummer.
  • Facelift mitten im Baujahr. Auch dafür hilft die Erstzulassung aus Feld B.
  • Importfahrzeuge. Bei EU-Importen weicht die Ausstattung manchmal vom deutschen Modell ab.